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Peak Shaving mit Batteriespeicher: So funktioniert Lastspitzenkappung

Lastspitzen entstehen oft in wenigen Minuten – wirtschaftlich können sie dennoch erheblich ins Gewicht fallen. Peak Shaving setzt genau hier an.

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Wenige Minuten können einen erheblichen Unterschied machen

Industrie- und Gewerbestandorte verbrauchen Strom selten vollkommen gleichmäßig. Maschinen starten. Produktionslinien fahren hoch. Kälteanlagen schalten hinzu. Fahrzeuge werden geladen. Dadurch entstehen Leistungsspitzen.

Für leistungsgemessene Unternehmen können diese Spitzen wirtschaftlich relevant sein, weil Netzentgelte neben der entnommenen Energiemenge auch Leistungskomponenten enthalten können. Genau hier setzt Peak Shaving an.

Was bedeutet Peak Shaving?

Peak Shaving bedeutet auf Deutsch Lastspitzenkappung. Dafür wird ein definierter Grenzwert für den Netzbezug festgelegt. Solange der Verbrauch unterhalb dieses Wertes bleibt, wird der Betrieb normal aus dem Netz versorgt.

Droht der Leistungsbedarf darüber zu steigen, reagiert das Energiemanagementsystem. Der Batteriespeicher entlädt sich und stellt die fehlende Leistung bereit.

Ein vereinfachtes Beispiel

Ein Produktionsstandort möchte seinen Netzbezug möglichst unter 800 kW halten. Im normalen Betrieb liegt die Last zwischen 500 und 750 kW. Für 20 Minuten steigt der Bedarf durch mehrere gleichzeitig laufende Prozesse auf 1.000 kW.

  • Ohne Speicher: Netzbezug 1.000 kW
  • Mit einem entsprechend dimensionierten Speicher: 800 kW Netzbezug + 200 kW Batterieleistung

Für den Produktionsprozess stehen weiterhin die benötigten 1.000 kW zur Verfügung. Vom Netz werden in diesem vereinfachten Beispiel jedoch nur 800 kW bezogen. Der Speicher „kappt“ die Spitze.

Es handelt sich ausdrücklich um ein vereinfachtes Rechenbeispiel zur Veranschaulichung des Prinzips – nicht um ein Einsparversprechen.

Leistung und Kapazität sind zwei verschiedene Dinge

Die Leistung in kW oder MW beschreibt, wie viel elektrische Leistung der Speicher gleichzeitig bereitstellen kann. Die Kapazität in kWh oder MWh beschreibt, wie viel Energie gespeichert beziehungsweise abgegeben werden kann.

Eine kurze Lastspitze kann deshalb hohe Leistung, aber vergleichsweise wenig Energie erfordern. Eine lang anhaltende Lastspitze benötigt dagegen deutlich mehr Speicherkapazität. Genau deshalb lässt sich ein Peak-Shaving-Speicher nicht allein anhand des jährlichen Stromverbrauchs dimensionieren. Benötigt wird das tatsächliche Lastprofil.

Warum intelligente Steuerung entscheidend ist

Ein Speicher darf nicht einfach entladen werden, sobald der Stromverbrauch steigt. Das System muss unter anderem berücksichtigen:

  • Wie hoch ist die aktuelle Last?
  • Wie entwickelt sie sich voraussichtlich?
  • Wie hoch darf der Netzbezug werden?
  • Wie viel Energie befindet sich noch im Speicher?
  • Wann kann der Speicher wieder geladen werden?
  • Gibt es parallel PV-Erzeugung?
  • Werden weitere Speicheranwendungen genutzt?

Ein schlecht gesteuerter Speicher könnte beispielsweise morgens bereits einen zu niedrigen Ladezustand erreichen, obwohl die relevante Lastspitze erst am Nachmittag entsteht. Deshalb ist das Energiemanagementsystem ein zentraler Bestandteil des Gesamtsystems.

Peak Shaving lässt sich mit anderen Anwendungen kombinieren

Ein Speicher muss nicht ausschließlich für Lastspitzen reserviert werden. Freie Kapazitäten können – sofern technisch, regulatorisch und wirtschaftlich sinnvoll – beispielsweise für PV-Eigenverbrauch, Strompreisoptimierung oder weitere Flexibilitätsanwendungen eingesetzt werden.

Dieses sogenannte Multi-Use-Konzept kann die wirtschaftliche Nutzung des Batteriesystems verbessern. Die einzelnen Anwendungen dürfen sich dabei jedoch nicht unkontrolliert gegenseitig blockieren. Welche Faktoren dabei zusammenwirken, zeigt unser Beitrag zur Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern.

Für welche Unternehmen ist Peak Shaving interessant?

Eine Analyse kann insbesondere sinnvoll sein bei:

  • Produktionsbetrieben mit hohen Einschaltleistungen,
  • Logistikstandorten mit Ladeinfrastruktur,
  • Kühlhäusern,
  • Lebensmittelbetrieben,
  • metallverarbeitenden Unternehmen,
  • Rechenzentren,
  • größeren Gewerbeimmobilien,
  • Standorten mit stark schwankenden Lastprofilen.

Entscheidend bleibt immer der individuelle Lastgang und die konkrete Netzentgeltsituation. Eine erste Einordnung liefert der Beitrag Wann lohnt sich ein Batteriespeicher für Gewerbe und Industrie?

Fazit

Peak Shaving ist technisch einfach zu erklären. Wirtschaftlich richtig umzusetzen ist anspruchsvoller.

Die zentrale Frage lautet nicht „Welchen Speicher können wir installieren?“, sondern „Welche Lastspitzen entstehen, wie lange dauern sie und welchen wirtschaftlichen Wert hat ihre Reduzierung?“

Erst daraus ergeben sich Leistung, Kapazität und Betriebsstrategie.

Quellen & weiterführende Informationen

Hinweis: Die dargestellten Inhalte dienen der allgemeinen Information. Wirtschaftlichkeit, regulatorische Anforderungen und Vermarktungsmöglichkeiten hängen vom konkreten Projekt, Standort und jeweils geltenden Rahmenbedingungen ab.

Speicherprojekt fundiert bewerten

Ob Peak Shaving, PV-Optimierung, Ladeinfrastruktur oder Großspeicher: Entscheidend sind Standort, Lastprofil, Netzanschluss und Betriebsstrategie. Sunrise Sales betrachtet diese Faktoren gemeinsam und entwickelt daraus ein passendes Speicherkonzept.